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10.09.2010
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Unsere Ziele und was wir von einem zeitgemäßen Schornsteinfegerwesen erwarten:


Wir leben in einer freiheitlichen Gesellschaft mündiger und verantwortungsbewusster Bürger. Freiheit, Demokratie und soziale Marktwirtschaft haben uns in den vergangenen Jahrzehnten einen Wohlstand beschert, der noch für unsere Eltern und Grosseltern undenkbar war und den wir noch für unsere Kinder und Enkel erhalten wollen.

Leider wird es zunehmend schwieriger unseren Lebensstandard zu sichern und auszubauen. Dies ist nicht nur auf die wachsende Herausforderung durch die Weltmärkte zurückzuführen sondern auch auf eine ausufernde Bürokratie mit veralteten Vorschriften und überarbeitungsbedürftigen Gesetzen. Und nicht zuletzt sind es die Gruppenegoismen, die sich an überholte Monopole und Besitzstände klammern und eine weitere positive Entwicklung hemmen.

Ein, in vielen Aspekten überholtes Monopol ist das Schornsteinfegermonopol. Es ist an der Zeit, das Schornsteinfegergesetz zu liberalisieren und zum Wohle der Bürger Elemente des Wettbewerbs einzuführen. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass das Schornsteinfegermonopol in seiner derzeitigen Ausprägung auf Dauer keinen Bestand in einem sich vereinigenden Europa haben kann.

Die Schornsteinfeger werden nicht vom Staat sondern vom Bürger alimentiert. Sie sollten daher den Bürger als Kunden anerkennen und ihm wirtschaftliche Dienstleistungen anbieten, die dem Bürgen als Kunden von Nutzen sind.Die Kreation weiterer nutzloser Zwangsdienstleistungen und überflüssiger Kontrolltätigkeiten durch die Ministerialbürokratie zum Ersatz allzu offensichtlicher Scheindienstleistungen halten wir für den falschen Weg.

Die Schornsteinfeger und ihre Berufsvertretungen sind daher gut beraten, nachstehende Anregungen der Interessensgemeinschaft zu überdenken denn wir sind die Kunden aber nicht der Staat und dessen Bürokratie. Die Diskussionen um die Sozialsysteme in den letzten beiden Jahren sollten auch Schornsteinfegern zu denken geben. Auf staatliche Wohltaten und Fürsorge zu setzen und nicht auf die eigene Kraft, kann trügerisch enden.

 

Unsere Arbeit orientiert sich daher an zwei Zielen:

1.

Aufhebung des Gebietsmonopols der Bezirksschornsteinfegermeister und Einführung marktwirtschaftlicher Elemente im Schornsteinfegerwesen

Monopole sind Fremdkörper in einer Marktwirtschaft. Im Interesse eines fairen Wettbewerbs und im Interesse des Bürgers sind Monopole zu beenden, wenn dies der gesellschaftliche und technische Fortschritt ermöglicht oder gar Monopole den technischen Fortschritt hemmen. Heizungsanlagen sind Dank des technischen Fortschritts sicherer, zuverlässiger und wartungsfreundlicher geworden. Ferner sorgen steigendes Umweltbewusstsein und hohe Brennstoffkosten für einen verantwortungsvollen Betrieb. Die Zeit ist überreif für die Beendigung des Schornsteinfegermonopols.

  • Wir fordern daher die Abschaffung des derzeitigen, weltweit einmaligen deutschen Schornsteinfegermonopols.
  • Wir wollen Schornsteinfegerdienstleistungen in Anspruch nehmen, wenn wir sie benötigen.
  • Wir wollen Schornsteinfegerdienstleistungen unserer Wahl zu fairen Preisen erhalten, die im Wettbewerb gebildet und nicht mehr zwischen der Ministerialbürokatie und den Schornsteinfegern über unsere Köpfe hinweg ausgehandelt werden.
  • Wir wollen den Schornsteinfeger selbst auswählen dürfen und nicht mehr der Willkür und Selbstherrlichkeit nicht kundenorientierter Bezirksschornsteinfegermeister ausgeliefert sein.
  • Wir wollen auch bei Heizungs- und Schornsteinbauern Schornsteinfegerdienstleistungen in Anspruch nehmen dürfen. Der Wahlspruch, wer wartet darf nicht messen, hat bei qualifizierten Handwerksbetrieben keine Gültigkeit mehr.
  • Wir wollen bei kundenorientierten Schornsteinfegern unserer Wahl auch Wartungs- und Reparaturdienstleistungen in Auftrag geben dürfen.
  • Wir wollen unseren Kamin auch selbst kehren dürfen, denn diese Arbeit erfordert weder Fachwissen noch Ausbildung.
  • Wir wollen, dass derjenige, der in unserem Auftrag Schornsteinfegerdienstleistungen erbringt für seine Arbeiten haftet und Garantien übernimmt

 

2.

Beschränkung der staatlich angeordneten Kontrolltätigkeiten durch die Schornsteinfeger auf ein sinnvolles und für den Bürger erträgliches Maß

  • Wir wollen, dass auch der Bürger in Deutschland - wie in allen übrigen EU-Ländern der Fall - selbst verantwortlich sein. Die Vorschriften und Kontrollen des Staates im Schornsteinfegerwesen sind auf erforderliches Maß zu beschränken.
  • Wir wollen, dass die Art und Durchführung staatlicher Kontrollmaßnahmen sich am technischen Fortschritt orientieren. So halten wir es beispielsweise nicht für gerechtfertigt, an modernen Heizungen jährlich eine Immissionsschutzmessung vorzunehmen. Ferner ist ein Unding, saubere Schornsteine jährlich zu kehren oder zur Wohlfahrt der Schornsteinfeger zu "prüfen".
  • Wir wollen, dass es auch bei staatlichen Kontrollmaßnahmen marktwirtschaftliche Elemente zum Tragen kommen.
  • Nicht nur Schornsteinfeger, sondern auch qualifizierte Handwerksbetriebe sollten mit staatlichen Überwachungsaufgaben beauftragt werden dürfen.
  • Wir wollen, dass die Datenhaltung im Rahmen staatlicher Kontrollen - sofern überhaupt erforderlich - nicht mehr von den Schornsteinfegern, sondern von einer neutralen Stelle durchgeführt wird.
  • Wir wollen, dass der Handel mit Daten, die vom Schornsteinfeger ermittelt werden, unterbleibt.
  • Wir wollen, dass die Preise für Schornsteinfegerdienstleistungen nicht mehr durch Gebührenordnungen festgelegt werden. Die Preise sind grundsätzlich durch den Markt zu bilden..
  • Wir wollen, dass die Nähe zwischen der öffentlichen Verwaltung und den Schornsteinfegern beendet wird. Dies wäre ein wirksamer Beitrag, um jeglichen Verdächtigungen auf Korruption und Klüngelwirtschaft entgegenzutreten.

Zuletzt aktualisiert: 10.10.2004


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